Salvia rauchen

Salvia Divinorum, auch Wahrsagesalbei genannt, ist ursprünglich eine Heilpflanze aus Mexiko. Bekannt wurde der Azteken-Salbei allerdings nicht durch seine Verwendung in schamanischen Zeremonien – auch wenn ihm eine heilende Wirkung nicht abgesprochen werden kann. Vielmehr ist es die halluzinogene Wirkung der Pflanze, die sie populär gemacht hat.
Salvinorin A, der Wirkstoff des Lippenblütlers, ist das stärkste nicht künstlich hergestellte Halluzinogen. Der Einnahme des Salbeis folgen Trips, die kaum steuerbar sind – das ist auch der Grund, warum Salvia Divinorum seit April 2008 in Deutschland unter das Betäubungsmittelgesetz fällt und offiziell verboten ist.

Konsumiert werden nur die Blätter der Pflanze, da hier der Gehalt des Wirkstoffs am höchsten ist. Die Einnahme kann auf verschiedene Arten erfolgen. Sehr beliebt ist es, Salvia zu rauchen – allerdings erst, seit Salvia Einzug in den Westen fand, bei den Azteken wurde die orale Aufnahme bevorzugt. Geraucht werden kann das Kraut einerseits mit der Bong oder der Wasserpfeife, andererseits mittels Joint oder Pfeife.
Möchte man Salvia Divinorum mit Joint oder Pfeife rauchen, sollte man nur Extrakte und nicht die kompletten Blätter verwenden. Der Wirkstoff Salvinorin A wird sehr schnell abgebaut und sollte, um den größtmöglichen Effekt zu erzielen, in einem Zug aufgenommen werden – Joint und Pfeife werden so viel zu heiß und es besteht Verbrennungsgefahr.
Bei der Aufnahme mit Wasserpfeife oder Bong lassen sich die ganzen Blätter verwenden. Gut ist es dennoch, Eiswasser zu verwenden, um den Rauch abzukühlen. Die Blätter werden zerbröselt, in den Kopf gefüllt und entzündet. Es ist ratsam, zunächst einen kleinen Zug zu nehmen, um so die Wirkung der Droge abschätzen zu können – dann sollte jedoch der gesamte Kopf möglichst in einem Zug leer geraucht werden. Anders als beim THC-Konsum sollte beim Rauchen von Salvia das Kickloch geschlossen gehalten werden – sonst riskiert man einen Wirkungsverlust. Wichtig für eine richtige Wirkung ist es ebenfalls, den Rauch nicht nur in den Brustkorb, sondern tief in den Bauch zu atmen und dort zu halten.
Die Variante des Eimerrauchens sollte beim Konsum von Salvia nicht in Betracht gezogen werden – der Geschmack des Salbeis wird so immens gestört.
Salvia Divinorum lässt sich auch über den Vaporizer aufnehmen. Das Problem bei dieser Methode ist nur, dass die Aufnahme von Salvinorin A für eine optimale Wirkung schnell geschehen muss und das ist bei der Verdampfungsmethode nicht möglich – positiv dabei ist jedoch, dass die Wirkung zumeist länger anhält.
Die orale Aufnahme ruft die schwächste Wirkung hervor. Der Grund ist, dass Salvinorin A, ebenso wie THC, nur fett- und alkohollöslich ist. Insofern erzielt es keinen Effekt, den Salbei zu einem Tee aufzubrühen. Auch das Essen der Blätter ist nicht unbedingt wirkungsvoll – hier wäre eine sehr große Menge nötig, um einen Trip hervorzurufen. Aufgenommen werden kann der Wirkstoff allerdings über die Mundschleimhaut – hierfür lassen sich entweder frische Blätter verwenden oder man nutzt getrocknete Blätter, die kurz in Wasser aufgeweicht werden sollten. Man nimmt ca. fünf große Blätter und dreht diese zu einer Prime. Jeweils eine Prime wird in eine Backentasche geschoben und beide werden ab und zu gekaut. Von der austretenden Flüssigkeit sollte möglichst wenig hinuntergeschluckt werden und nach ungefähr 15 Minuten werden die Primen ausgespuckt. Es können auch mehrere Primen nacheinander gekaut werden – die Wirkung setzt nach circa zehn Minuten ein und der Trip lässt sich so verlängern.
Eine andere Möglichkeit ist die sublinguale Aufnahme – Extrakte werden unter die Zunge gelegt und gelangen von dort schnell in den Blutkreislauf.

Die Dosierung des Wahrsagesalbeis hängt einerseits von der Methode des Konsums ab. Bei der oralen Aufnahme wird die größte Menge benötigt – hier sollten entweder drei Gramm getrocknete oder 30 Gramm frische Blätter verwendet werden. Beim Rauchen benötigt man nur 0,05 bis 1 Gramm der Pflanze.
Andererseits sollte die aufzunehmende Menge stark von den eigenen Erfahrungen abhängig gemacht werden – die Wirkung von Salvia Divinorum ist sehr schlecht einzuschätzen, insofern ist es ratsam, zunächst nur geringe Mengen zu konsumieren und so herauszufinden, wie man auf die Droge reagiert.

Auch wenn bei dem Konsum von Salvia Divinorum keine Langzeitschäden bekannt sind und er so als ungefährlicher gilt als der Konsum von THC, ist der Salbei dennoch eine Droge. Die große Gefahr besteht darin, dass die Trips nicht vorhergesehen werden und so unvermittelt einsetzen können, dass Verletzungsgefahr besteht. Wie bei allen Drogen gilt also auch hier: Vorsicht ist geboten und von einem leichtfertigen Umgang ist in jedem Fall abzuraten.